Schutzkonzept

Alle Kinder haben das Recht auf Schutz vor Gewaltanwendung, Misshandlung oder Verwahrlosung. Sie haben das Recht auf Schutz vor sexuellem Missbrauch (Artikel 19/34 UN – Kinderrechtskonvention). 

Mit unserem Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt wollen wir dafür Sorge tragen, dass Missbrauch hier keinen Raum findet. Des Weiteren wollen wir ein Ort sein, an dem Schülerinnen und Schüler, die außerhalb der Schule von sexuellem Missbrauch oder Übergriffe bedroht oder betroffen sind, Hilfe und Unterstützung erfahren.

Daher erfordert es die Sorge für das Wohl der Kinder, jedem Anschein von Vernachlässigung oder Misshandlung nachzugehen und gegebenenfalls rechtzeitig über die Einbeziehung anderer Stellen zu entscheiden, wie es auch vom Schulgesetz NRW gefordert wird.

Unser Anspruch, den Schülerinnen und Schülern einen geschützten Raum zu bieten, erstreckt sich auf Unterrichtszeiten wie auch auf Betreuungszeiten in der Übermittagsbetreuung und des Offenen Ganztags.

Unser Schutzkonzept ist ein lebendiges Dokument, das regelmäßig evaluiert und an die Bedürfnisse unserer Schulgemeinschaft angepasst wird. 

 

Interventionsplan

Der Interventionsplan ist das Kernstück eines jeden schulischen Schutzkonzeptes. Dieser bietet für das Vorgehen in einem Verdachtsfall von sexueller Gewalt allen schulischen Beschäftigten die erforderliche Orientierung und Sicherheit. Hinweisen nachzugehen, wenn man weiß, was zu tun ist. Der Interventionsplan enthält auch ein Rehabilitationsverfahren für den Fall eines unbegründeten Verdachts. Es gibt verschiedene Konstellationen, zwischen welchen Personengruppen sexualisierte Gewalt stattfinden kann. 

 

Verhaltenskodex 

Ein Verhaltenskodex dient als Leitfaden für alle Mitglieder der Schulgemeinschaft – Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Pädagoginnen und Pädagogen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Eltern – um ein sicheres und respektvolles Umfeld zu schaffen. Unser Ziel ist es, die Werte der katholischen Erziehung zu fördern und ein harmonisches Miteinander zu gewährleisten.

 

 

Partizipation

Die Partizipation von Mädchen und Jungen ist ein zentraler Bestandteil unseres Schutzkonzepts. Wir ermutigen die Kinder, Entscheidungen zu treffen, eigene Ideen zu formulieren und diese auch zu vertreten, wenn die Erwachsenen anderer Meinung sind.

Das stärkt ihre Position und verringert das Machtgefälle zu den Erwachsenen. 

Um unsere Schülerinnen und Schüler noch mehr darin zu stärken, Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen und ihre Interessen zu vertreten, sind folgende Punkte Bestandteil unserer Arbeit:

  • einen Briefkasten für Wünsche und Sorgen (in den jeweiligen Klassen)

  • einen Vertrauenslehrer/Klassenlehrerin/Klassenlehrer als Ansprechpartner für die Kinder 

  • Patenkinder bzw. Patenklassen 

  • Wahl der Klassensprecherin und des Klassensprechers 

  • Abhalten eines Klassenrates 

  • Schülerparlament

  • Mitsprache bei der Essensauswahl

 

Präventionsangebote

Im Schulalltag der Johann-Michael-Sailer-Schule spielen Bausteine zur pädagogischen Prävention eine bedeutende Rolle. Neben dem Schutz unserer Schülerinnen und Schüler durch präventive Erziehungshaltung im Schulalltag möchten wir ihnen auch Schutz durch Wissen bieten. Sie erhalten im Unterricht Aufklärung über sexuellen Missbrauch und Gewalt und bekommen Möglichkeiten zur Intervention aufgezeigt. Einige Bausteine des Unterrichts werden teilweise auch von Fachstellen betreut oder unterstützt.

Im Sachunterricht werden im Rahmen der Sexualerziehung Angebote für Wissen und Aufklärung gemacht, um altersangemessene Informationen zu erhalten, die Schutz bieten können und Möglichkeiten des Sich-Hilfe-Holens eröffnen und ggf. auf aktuelle Situationen Bezug genommen wird. 

Gleichzeitig werden in verschiedenen Unterrichtsstunden von Klasse 1-4 Aktivitäten für ein respektvolles und gesundes Miteinander durchgeführt, die Resilienz und Ich-Stärkung unterstützen.

Unterstützung finden unsere Bemühungen durch den Verein Klasse 2000 e.V., dessen Programm wir in Zusammenarbeit mit den gesundheitsfördernden Fachleuten des Vereins in allen Klassen und Jahrgängen durchführen. Die Klaro-Stunden bieten zu ihren umfassenden gesundheitsfördernden Themen auch Angebote zur Gefühlswahrnehmung, Ich-Stärkung, Formulieren von Ich-Botschaften und Übungen zum Erkennen von Drucksituationen und zum Nein-Sagen.

In Klasse 3 nehmen die Kinder an einem Sozialtraining der Kinder- und Jugendhilfe der AWO Stoppenberg in Kooperation mit der Jugendhilfe Essen teil. Über einen Zeitraum von 6 Wochen lernen die Kinder spielerisch und handelnd Achtsamkeit gegenüber sich selbst, dem Gegenüber und der Gruppe.

Ein wichtiger Baustein zur pädagogischen Prävention ist das Programm der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück „Mein Körper gehört mir“, das bei uns im 3. oder 4. Schuljahr durchgeführt wird. Mit Elternabend und Schülerprojekt, das aus drei interaktiven Aufführungen besteht, wird den Kindern altersgerecht die Thematik der sexuellen Gewalt (durch Fremde/vertraute Personen/im Internet) nahegebracht.

 

Ansprechpersonen und Beschwerdeverfahren

Der Schutz unserer Schülerinnen und Schüler hat an unserer Schule höchste Priorität, bei der wir bestrebt sind, eine sichere und vertrauensvolle Umgebung zu schaffen. Wir wünschen uns ein wertschätzendes und vertrauensvolles Miteinander mit aufrichtiger Atmosphäre, das von Fehleroffenheit geprägt ist. Unsere Kinder sollen die Erfahrung machen, dass wir uns für ihre Ideen, Anliegen, Sorgen und Probleme interessieren. Daher enthält unser Schutzkonzept klare Regelungen zu Ansprechpersonen und Beschwerdeverfahren.

 

Beschwerdemanagement

 

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unserer Schule sollen sich wohl fühlen. Ziel des Beschwerdemanagements ist es, zufriedenstellende Lösungen für Konflikte und Probleme zu finden. Das Beschwerdemanagement regelt daher, wer sich an wen bzw. wohin wenden kann, wenn

 

  • es Streitigkeiten gibt

  • es jemandem schlecht geht

  • etwas Schlimmes oder Gemeines passiert ist

  • man sich ungerecht behandelt fühlt

  • man mit einer Entscheidung unzufrieden ist.

 

Solche Konflikte sind grundsätzlich nicht ungewöhnlich und gehören zum Schulalltag dazu. Manchmal müssen Situationen geklärt oder verändert werden, manchmal liegen auch nur Missverständnisse vor. Wir nehmen alle Beschwerden ernst und bemühen uns um eine zufriedenstellende Lösung für alle Beteiligten. Grundsätzlich sollen die Betroffenen möglichst zunächst versuchen, eigene Lösungen zu finden. Bei Bedarf können weitere Personen zur Hilfe geholt werden. Über eventuelle Vereinbarungen werden alle Beteiligten informiert. 

Im Folgenden sind Kommunikationswege bei Konflikten zwischen unterschiedlichen Personenkreisen gelistet, die an der Johann-Michael-Sailer-Schule gelten:

 Beschwerde 

 Beschwerde